Einzelunternehmen: Gründungsschritte und Formulare

Gründungsschritte

Vorausgesetzt, Sie sind gut vorbereitet, können Sie die für die Gründung erforderlichen offiziellen Handlungen (Schritte 2 bis 4 der folgenden Aufzählung) innerhalb von wenigen Tagen erledigen. Für ausführlichere Informationen empfehlen wir Ihnen, die Checkliste Firmengründung zu konsultieren.

Schritt 1: Vorabklärungen und Bereitstellung aller erforderlichen Informationen und Unterlagen

Mit den Vorabklärungen ist auch die Verfügbarkeit des geplanten Firmennamens zu prüfen.

Schritt 2: Eintrag ins Handelsregister

Das Einzelunternehmen entsteht mit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit, unabhängig davon, ob es im Handelsregister eingetragen ist oder nicht. Eine Eintragungspflicht besteht dann, wenn ein nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe betrieben und während eines Jahres Roheinnahmen von mindestens CHF 100'000 (Jahresumsatz) erzielt werden (Art. 36 Abs. 1 der Handelsregisterverordnung HRegV).

Es empfiehlt sich, im konkreten Fall Rücksprache mit dem Handelsregisteramt zu nehmen, um sicherzugehen, dass nichts vergessen wird. Sie können die Anmeldung beim Handelsregisteramt des Kantons Zürich, Schöntalstrasse 5, 8022 Zürich (Auskünfte unter Tel +41 (0)43 259 74 00), vorbeibringen oder an dieses senden

Vorausgesetzt, die Unterlagen sind vollständig und gesetzeskonform, ist Ihr Unternehmen in der Regel innerhalb von sieben Arbeitstagen im Handelsregister eingetragen (die Kosten liegen in der Regel zwischen CHF 200 und 300). Sofern erwünscht, kann bereits vor der Veröffentlichung der Eintragung im Schweizerischen Handelsamtsblatt eine Eintragungsbestätigung verlangt werden. Diese kostet CHF 80.

Schritt 3: Anmeldung bei der SVA Zürich

Nachdem Sie Ihre Tätigkeit aufgenommen haben, melden Sie sich bei der SVA Zürich, Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich, Tel 044 448 50 00, für Ihre Sozialversicherungsbeiträge an. Falls Sie Mitarbeiter beschäftigen, rechnen Sie auch deren Beiträge mit der SVA Zürich ab. Die Anmeldung ist kostenlos.

Schritt 4: Unfallversicherung

Für Selbständigerwerbende ist die Unfallversicherung freiwillig, aber je nach Situation empfehlenswert. Falls Sie Mitarbeitende beschäftigen, sind Sie verpflichtet, für diese die obligatorische Unfallversicherung abzuschliessen.

Schritt 5: Anmeldung Mehrwertsteuer

Formulare

Die Gründung eines Einzelunternehmens kann online über den elektronischen Schalter des Bundes StartBiz realisiert werden.

Klären Sie am besten frühzeitig die Anerkennung der Selbständigkeit durch die SVA Zürich ab. Informieren Sie sich zudem über die Voraussetzungen eines Handelsregistereintrags.

Gründungsunterlagen und Musterdokumente

Fragen & Antworten

Siehe hierzu die Informationen auf der Seite Selbständig werden als Nichtschweizer.

Wenn Ihr Geschäftssitz im Kanton Zürich ist und Sie nicht Mitglied eines Gründerverbands einer Ausgleichskasse sind, schicken Sie die Anmeldung an die SVA Zürich, Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich.
Falls Ihr Geschäftssitz in einem anderen Kanton liegt oder Sie Mitglied eines Berufsverbands mit eigener Ausgleichskasse sind, wenden Sie sich an die betreffende kantonale Ausgleichskasse oder Verbandsausgleichskasse.

Nein. Laut AHV-Gesetz muss die zuständige Ausgleichskasse prüfen, ob die Kriterien für eine selbständige Erwerbstätigkeit erfüllt sind.

Nein, gemäss AHV-Gesetz gelten Inhaber einer AG oder GmbH als Arbeitnehmer im eigenen Unternehmen.

Juristische Personen wie AG und GmbH sind zur Entrichtung von ALV-Beiträgen verpflichtet. Wer in seiner eigenen AG oder GmbH arbeitet, ist daher als Arbeitnehmer bei der ALV versichert und kann aus seiner Arbeitstätigkeit Beitragszeit erwerben.

Einzelunternehmer, Kollektivgesellschafter und Komplementäre einer Kommanditgesellschaft gelten hingegen grundsätzlich als selbständig Erwerbstätige mit der Folge, dass sie keine ALV-Beiträge bezahlen und während ihrer Selbständigkeit auch keine Beitragszeit erwerben.

Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der letzten zwei Jahre vor Anmeldung bei der ALV während einer Dauer von mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (sogenannte Rahmenfrist für die Beitragszeit). Das Arbeitslosenversicherungsgesetz (AVIG) sieht vor, dass im Falle einer nicht beitragswirksamen selbständigen Erwerbstätigkeit die Rahmenfrist unter bestimmten Bedingungen für die Dauer der selbständigen Erwerbstätigkeit verlängert werden kann. Von regulär zwei Jahren auf höchstens vier Jahre. Vorausgesetzt wird jedoch unter anderem, dass während des Wechsels zur selbständigen Erwerbstätigkeit und während der Dauer der selbständigen Tätigkeit keine ALV-Leistungen bezogen wurden und die selbständige Erwerbstätigkeit in der ordentlichen Rahmenfrist (innert max. zwei Jahren) definitiv aufgegeben wurde.

Grundsätzlich wird nach Anmeldung bei der ALV eine zweijährige Rahmenfrist für den Leistungsbezug eröffnet, innerhalb welcher Taggelder bezogen werden können. Nimmt jemand während einer laufenden Rahmenfrist für den Leistungsbezug eine selbständige Erwerbstätigkeit auf, welche jedoch später wieder aufgegeben wird, könnten je nachdem keine Taggelder der ALV mehr bezogen werden, weil die zweijährige Rahmenfrist für den Leistungsbezug bereits abgelaufen ist und weil wegen fehlender Beitragszeit keine neue eröffnet werden kann. Um das zu verhindern, regelt das Arbeitslosenversicherungsgesetz (AVIG), dass die Rahmenfrist für den Leistungsbezug um zwei Jahre verlängert wird, wenn die dafür vorgesehenen Voraussetzungen erfüllt sind. So muss u.a. während einer laufenden Rahmenfrist für den Leistungsbezug eine nicht beitragswirksame, selbständige Erwerbstätigkeit aufgenommen worden sein, welche später definitiv aufgegeben wird. Mit der Verlängerung der Rahmenfrist für den Leistungsbezug ist jedoch keine Erhöhung des Taggeldhöchstanspruchs verbunden. Hat jemand in der eigenen AG oder GmbH Beitragszeit erworben, wird die Rahmenfrist für den Leistungsbezug nicht verlängert.