Frisches Kapital in Millionenhöhe für Atemluft-Analyselösung von DBI

Das Healthtech-Startup Deep Breath Intelligence (DBI) hat einer Seed-Runde 2,75 Millionen Franken eingesammelt. Damit kann das Rotkreuzer Startup seine Anwendungs- und Produktepalette erweitern – etwa um einen “DBI-BreathCollector“ für zuhause.

«Bitte einmal pusten» - bei diesem Satz denken wohl die wenigsten an einen Artzbesuch. Bei Gesundheitschecks oder Verdacht auf Erkrankungen wird standardmässig Blut abgenommen und analysiert. Geht es nach Deep Breath Intelligence CEO Christian Zwicky, soll sich dies künftig ändern: «Unsere Lösung soll es dereinst ermöglichen, dass eine Analyse der Atemluft genauso aussagekräftig ist wie eine Blutanalyse».

Die Lösung von Deep Breath Intelligence DBI funktioniert folgendermassen: Statt Blut zu geben können Patientinnen und Patienten über ein Mundstück in ein hochauflösendes Massenspektrometer ausatmen. Dabei strömen bis zu 500 unterschiedliche Moleküle in das Gerät. Die erzeugten Daten werden in die von DBI entwickelte Software hochgeladen, mit Hilfe mathematischer Algorithmen analysiert und innert weniger Minuten als Testwerte ausgegeben. Die DBI-Software hat kürzlich die  CE Zertifizierung nach IVDD für den DBI-EPIbreath-Test erhalten.

Diese Software kann bereits die Konzentration von Valproat, einem Epilepsie-Medikament, bestimmen. Studienergebnisse des Universitäts-Kinderspital beider Basel und des Universitätspitals Zürich bestätigen, dass die Konzentration des Medikaments bereits mit einer beachtlichen Genauigkeit aus der Atemluft analysiert werden kann. Ziel ist es, dass diese nichtinvasive Echtzeit-Atemgasanalyse nicht nur die Wirkstoffkonzentration von Medikamenten aufzeigt, sondern auch die Früherkennung von verschiedenen Krankheiten durch spezifische Biomarker ermöglicht.

Jetzt hat das Healthtech-Startup in einer soeben abgeschlossenen Finanzierungsrunde Kapital in der Höhe von 2,75 Millionen Franken aufgenommen. Investiert haben Qupar aus dem Kanton Zug und der Startup-Investor Sigi Föhn, der neu auch Vorstandsmitglied bei DBI ist.

Das frische Kapital soll nun einerseits dazu eingesetzt werden, die Analyse auf weitere Epilepsie-Medikamente auszuweiten. Dazu startet am Univeritätsspital Zürich eine weitere Studie mit Epilepsie-Patienten. Je mehr Daten vorliegen, desto besser werden die Algorithmen trainiert. «Zudem wollen wir unsere Software und Algorithmen für weitere Erkrankungen wie etwa Schlafapnoe, COPD oder Asthma fit machen», meint Zwicky.

Ein weiterer Teil des Geldes fliesst in die Entwicklung des “DBI-BreathCollectors“. Damit sollen Patientinnen und Patienten von zuhause aus Atemproben abgeben können, welche dann im Labor analysiert werden. Zwicky: «Wir rechnen mit dem Launch Anfang 2024». Für weitere Produktentwicklungen, Zertifizierungsprozesse und für ein eigenes Analyse-Labor hat Deep Breath Intelligence bereits eine zweite Seed-Runde lanciert.

(Fabienne Roos)

Bild: Deep Breath Intelligence-Software, ZVG