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während dem Studium

Gratwanderung zwischen Studium & eigenem Unternehmen

Einige Studierende verspüren nach Jahren hauptsächlich theoretischer Ausbildung oder bereits schon während dem (Teilzeit-)Studium das Bedürfnis, selbst etwas auf die Beine zu stellen und eine Idee zu verwirklichen. Der Weg von der Idee zum Business dauert aber häufig länger und ist tückenreicher als erwartet.

Bei Jungunternehmer/innen, die während der Studienzeit ihr Unternehmen gründen, stehen vor allem Sorgen bezüglich der Finanzierung, der knappen Zeit und dem fehlenden Know-how im Vordergrund.

Umgang mit knappen Mitteln

Erste Probleme können bei der Finanzierung der für den Betrieb erforderlichen Investitionen auftreten. Studierende verfügen in seltenen Fällen über das erforderliche Vermögen.

Je nach geplanter Tätigkeit besteht allerdings unterschiedlicher Kapitalbedarf. Bei Anbietern von Dienstleistungen stehen die persönliche Leistung und damit der Faktor Zeit im Vordergrund. Investitionen fallen nur in geringem Ausmass an. Anders sieht es z.B. im Handel oder der Produktion aus, wo Investitionen im voraus unerlässlich sind.

So machte zum Beispiel ein IT-Händler die Erfahrung, dass ihm anfänglich wegen der fehlenden Liquidität die Hände gebunden waren. Er musste seinen Lagerbestand sehr tief halten. Mit der Konsequenz, dass er die von den Kunden bestellte Ware oft erst selbst einkaufen musste. Gingen gleichzeitg mehrere Bestellungen ein, waren verzögerte Lieferungen vorprogrammiert, was bei seinen Kunden nur auf wenig Verständnis stiess.

Zeit & Ressourcen managen

Schwierig ist auch die Zeiteinteilung. Gleichzeitiges Lernen auf Prüfungen hin, Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten und Einhalten von geschäftlichen Terminen ist herausfordernd. Leider lassen sich das Studium und die selbständige Tätigkeit nur selten spielend nebeneinander unter einen Hut bringen. Es stellt sich immer wieder die Frage nach den Prioritäten. Soll der Kunde vertröstet werden - mit dem Risiko, dass er zur Konkurrenz abwandert? Oder sollen schlechtere Leistungen bei Prüfungen in Kauf genommen werden, die allenfalls das spätere wirtschaftliche Vorankommen erschweren oder zur ungewollten Beendigung des Studiums führen könnten?

Tatsache ist, dass das Studium nur einen beschränkten unternehmerischen Spielraum zulässt. Studierende stehen somit immer wieder vor der Wahl "Kunde oder Studium". Wichtig ist deshalb eine sorgfältige Planung. Auch wenn sie sich aufgrund teilweise unvorhersehbarer Aufträge und dem damit verbundenen Zusatzaufwand nur begrenzt machen lässt. Ebenfalls unerlässlich ist es, einen zuverlässigen Stellvertreter zu haben, der bei zeitlichen Engpässen die Arbeit erledigt. 

Es lässt sich wohl nicht vermeiden, dass in der Aufbauphase des Unternehmens Kunden vernachlässigt werden.

Gründer-Wissen

Zentral sind auch Fragen zur Unternehmensgründung und Geschäftsführung. Erfahrungsgemäss genügt es nicht, eine Idee zu haben. Es braucht Know-how für die Umsetzung. Vor allem bei rechtlichen Fragen stossen Jungunternehmer häufig an ihre Grenzen. Beispielsweise bei Verträgen, wo ihnen das Wissen um die rechtlichen Feinheiten und zu Haftungsfragen (bei fehlerhaften Produkten) fehlt. Ebenso bestehen häufig Wissenslücken bei den Themen Sozialversicherungen und Rechnungslegung.

Eine weitere Hürde ist, dass es Studierenden technischer Hochschulen häufig nicht gelingt, ihre Ideen und Produkte anschaulich, wirksam und überzeugend zu verkaufen. Dies trotz ausgezeichneter Fachkenntnisse und brillianter Ideen. Es lohnt sich sicher, Kooperationsmöglichkeiten mit Studenten anderer Fakultäten zu prüfen.

Der Mangel an Fachwissen oder an noch nicht ausgebildeten Fähigkeiten - wie eine Verkaufspräsentation abzuhalten und zu verhandeln - kann eine Gründung erschweren oder Studierende sogar davon abhalten. 

Es stellt sich die Frage, wie Studierende das erforderliche Wissen erlangen können. Professionelle Beratung können sie sich in den seltensten Fällen leisten. Ist kein fachlich ausgewiesenes Beziehungsnetz zur Hand, kann das Wissen teilweise mittels aufwändiger Internet-Recherchen zusammengetragen werden. Lösungen lassen sich auch im Sinne von "try and error" und durch Improvisation finden. Wobei dieser Weg eher mit einem höheren Lehrgeld verbunden ist. Im Idealfall können Studierende auf ein gut funktionierendes Netzwerk zurückgreifen, das ihnen diese Mühe erspart.

Netzwerk aufbauen & pflegen

Das persönliche Netzwerk ist häufig ein Erfolgsfaktor, auch bei der Unternehmensgründung. Es lohnt sich, möglichst früh mit dem Aufbau eines persönlichen Netzwerks zu beginnen. Mit etwas Glück ergeben sich aus den persönlichen Kontakten erste Finanzierungs-Quellen. Zudem kann durch den Zugang zu Fachwissen und den Erfahrungsaustausch Problemen vorgebeugt werden.

Ein tragendes Netzwerk ist beispielsweise der Pioneers' Club PCU in Zürich. Der PCU bietet Plattformen zum Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen studentischen Jungunternehmer/innen und etablierten Unternehmern, was in der Gründungsphase und beim Aufbau des Kundenstammes sehr nützlich sein kann.