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mittels Franchising
Die Erfolgsgeschichten um McDonalds, OBI oder Kieser Training sind vielen ein Begriff. Selbständigkeit mittels Franchising ist für alle diejenigen erste Wahl, die mit einem bewährten Geschäftskonzept und einer bekannten Marke Unternehmer werden wollen. Der Franchise-Markt befindet sich im Wachstum: Allein in Europa sind 6'400 verschiedene Systeme im Angebot.
Franchising kurz erklärt
Mit Franchising will ein Anbieter zusätzlichen Mehrwert aus seinem Know-how schaffen, indem er sein Angebot standardisiert und dieses über möglichst zahlreiche Franchisenehmer schnell auf den Markt bringt. Franchising ist ein Vertragsverhältnis zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer zur Nutzbarmachung eines Geschäftskonzepts gegen Entgelt (Patente, Marken, Urheberrechte, Know-how, laufende Unterstützung).
Franchising hilft die Arbeit teilen
Franchising bietet beiden Partnern beträchtliche Vorteile. Für den Franchisegeber ausschlaggebend sind:
- der direkte Marktzugang durch gesicherte Absatzwege
- die schnelle, gleichmässige Expansion
Franchising ist Vertriebskraft durch Unternehmertum auf allen Ebenen und bietet die folgenden Vorzüge:
- starke Wettbewerbsposition durch den einheitlichen Auftritt der Partner
- Aufbau einer Marke über hohe Marktpräsenz
- durch den relativ geringen Kapitaleinsatz, können Mittel, die sonst in Filialen gebunden wären, für die Weiterentwicklung des Produkts, des Marketings, der Schulung etc. eingesetzt werden
- an der erfolgsentscheidenden Schnittstelle zwischen Produkt und Kunde steht ein Unternehmer (und nicht ein Arbeitnehmer)
Viele Vorteile, kaum Nachteile
Der angehende Unternehmer erhält ein bestehendes Geschäftskonzept mit einer Marke, die bereits im Markt eingeführt ist. Im weiteren bietet das Franchise-System die Vorteile eines Konzerns, z.B.
- zentraler Einkauf und damit Preisvorteile
- überregionale Werbung und PR
- professionelles Management und weitsichtige Strategie
- zentrale und einheitliche Schulung
schliesst aber dessen Nachteile weitgehend aus, die etwa sein können:
- mangelnde Motivation des Personals
- Reibungsverluste durch Kämpfe in der Hierarchie
- zu langsame Reaktion auf Veränderungen am Markt
- mangelndes Kostenbewusstsein bei den Mitarbeitern
Evaluation Franchising-Angebot
Die folgenden Grundsatzfragen sollten sich angehende Franchisenehmer stellen:
- Will ich mich einem leistungsstarken Verbund anschliessen und dabei die für das Funktionieren des jeweiligen Franchisesystems notwendigen Vorgaben einhalten?
- Will ich mich im Wesentlichen auf Verkauf, Kundenbetreuung, Erschliessung des regionalen Marktes und die Führung meiner Mitarbeiter konzentrieren?
- Verfüge ich über ausreichend kaufmännische und / oder fachliche Qualifikationen für die Selbstständigkeit und bin ich bereit, laufend dazuzulernen?
Eine Hilfestellung für die Beurteilung der eigenen Eignung und des Franchiseangebotes bietet die Checkliste des Schweizer Franchise Verbandes. Mitunter sollten die folgenden Fragen vertieft geprüft werden:
- Welche Vorteile / Stärken bietet das System im Markt, im Verkauf und Einkauf? (Wettbewerbsposition, Marktverhältnisse, Marken- / Patentschutz etc.)
- Stimmen die Zahlen? (Verdienstmöglichkeiten, Dauer Anlaufzeit, Eintrittsgebühr, Gebühren Leistungspaket, Investitionen etc.)
- Wer ist der Franchisegeber und was sind seine Rahmenbedingungen? (Alter Firma, Qualität Management, Finanzierung, Image etc.)
- Ist das Franchisepaket „stimmig"? (passt das Produkt zu Ihnen, bringen Sie die notwendige Erfahrung / Ausbildung, gibt es ein Handbuch etc.)
- Wichtigste Vertragspunkte zu Standort und Finanzierung? (Gebietsschutz, Kündigungsfristen, Konkurrenzklausel, Vertragsdauer, Streitigkeiten etc.)
- Wo können Referenzen über das System eingeholt werden?
Einstiegs-Kosten
Der Schweizer Franchise Verband hat im 2006 eine Umfrage bei Franchisefirmen durchgeführt. Daraus resultieren u.a. die folgendenden teilweise erstaunlichen Erkenntnisse:
- bei knapp der Hälfte der Franchisesysteme ist ein Startkapital unter CHF 100'000 erforderlich
- Knapp die Hälfte der Franchisegeber berechnen eine Einstiegsgebühr von unter CHF 20'000
- die laufenden Leistungen werden auf unterschiedliche Art vom Franchisegeber verrechnet: über 1/3 berechnet keine laufende Franchisegebühr, knapp 1/3 nur bis zu 5 % des Umsatzes
- mehr als 50 Prozent der Franchisebetriebe erreichen binnen einem Jahr den Break even, mehr als 33 Prozent binnen zweier Jahren
- über die Hälfte aller befragten Franchisesysteme haben sich gemäss Selbsteinschätzung über dem Branchendurchschnitt entwickelt, nur gerade 3 Prozent schlechter.
Diese Zahlen zeigen die wesentlichen Vorteile des Franchisingsystems auf: tiefe Einstiegsgebühren, (je nach Franchise-System) moderates Startkapital sowie hohe Erfolgswahrscheinlichkeit innert relativ kurzer Zeit.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Franchising eine interessante Option ist für angehende Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich auf den Vertrieb und Verkauf konzentrieren und sich weniger mit der Produktentwicklung und dem Marketing beschäftigen möchten.
Autor: Marc Hamburger, StartZentrum Zürich
Quelle: Schweizer Franchise Verband