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Eigenkapital und Investoren
Grundsätzlich gilt, dass die Höhe des erforderlichen Eigenkapitals eng mit dem Risiko des Vorhabens verknüpft ist. Bei Vorhaben mit hohen Risiken kann es vorkommen, dass kein Fremdkapitalgeber gefunden werden kann. Somit ist das ganze Projekt mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Deshalb ist es wichtig, sämtliche Möglichkeiten zur Beschaffung von Eigenkapital zu kennen. Einige zeigen wir nachfolgend auf.
Eigene Mittel
Zuerst kommen die eigenen Mittel des Unternehmers. Diese können aus eigenen Ersparnissen, Erbvorbezügen oder einem Vorbezug von Vorsorgegeldern stammen. Beim Vorbezug sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
- ein Vorbezug ist nur bei der Gründung eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft möglich
- die Anerkennung der Selbständigkeit im Hauptberuf durch die Sozialversicherungsanstalt ist erforderlich
- bei verheirateten Unternehmern hat der Ehepartner seine Zustimmung zu geben
- Wenn immer möglich, ist vom Vorbezug der Vorsorgegelder abzusehen
Zusätzlich kann der Unternehmer die Eigenkapitalbasis seines Unternehmens u.a. durch folgende Finanzierungsmöglichkeiten verstärken:
- Belehnung seiner Liegenschaft
- Belehnung von Wertschriften und / oder Versicherungspolicen
- Familiendarlehen (sogenannte Friends and Family)
Diese Finanzierungsformen sind günstiger als die Aufnahme von Fremdkapital durch das Jungunternehmen selbst und sollten deshalb weitestmöglich ausgeschöpft werden.
Business Angels und Venture Capitalists
Eine weitere Möglichkeit, an Eigenkapital zu gelangen, besteht darin, einen Investor am Projekt bzw. dem Unternehmen zu beteiligen, z.B. einen Business Angel (BA, bei einem Kapitalbedarf von ca. CHF 100'000 oder mehr) bzw. eine Venture Capital Gesellschaft (VC, bei einem Kapitalbedarf über CHF 1.0 Mio.).
Business Angels und Venture Capitalists beteiligen sich nicht nur finanziell an einem Projekt, sondern bringen auch ihr Know-how mit in die Unternehmung hinein. Dies ist in der Regel ein klarer Gewinn für Sie und Ihr Unternehmen. Gleichzeitig müssen Sie sich aber im Klaren sein, dass Sie einen Teil Ihrer unternehmerischen Flexibilität verlieren.
Die folgenden Anforderungen sind zu erfüllen, um überhaupt das Interesse eines solchen Investors zu wecken:
- Er muss sich innert Kürze ein Bild über das Vorhaben verschaffen können und begeistert werden
- Ein ansprechender Businessplan liegt vor, er ist das eigentliche Eintrittsticket für erste Verhandlungen
- Das Vorhaben birgt ein hohes Wertsteigerungspotenzial
- Er muss die Möglichkeit haben, seine Anteile in einigen Jahren mit Wertzuwachs wieder veräussern zu können
Da es für Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer sehr schwierig ist, alle Bedingungen zu erfüllen, und sich potentielle Investoren selektiv verhalten, ist diese Finanzierungsquelle nur schwer zugänglich.
Gesprächsvorbereitung mit Investoren
Bei Gesprächen mit potentiellen Investoren gilt: Eine gute Vorbereitung ist viel wert. Nachfolgend eine Zusammenstellung der häufigsten Fragen, die gerne von Investoren gestellt werden:
- Welche Qualifikation und welchen Werdegang haben die für den kaufmännischen Bereich verantwortlichen Personen?
- Welche Qualität hat das Management in Sachen Fachwissen und beruflichem Werdegang?
- Wie sind die Zuständigkeiten innerhalb der Geschäftsführung?
- Gibt es im privaten Bereich der Unternehmensleitung Abhängigkeiten von Kapitalgebern, die dem Unternehmenserfolg hinderlich sein könnten?
- Wie ist die Atmosphäre innerhalb der Geschäftsführung?
- Wie sind die Stellvertretungen innerhalb der Geschäftsleitung geregelt?


