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Businesschancen im Web
Geschäftsmodelle
Beim Webshop werden physische Produkte direkt an Verbraucher oder einzelne Unternehmen verkauft. Produkte können aber auch ohne eigenen Webshop über Online-Handelsplätze wie Ricardo oder Ebay vertrieben werden. Hier verfügt der Anbieter über keinen eigenen Shop, sondern bietet auf seiner Website lediglich Produktinformationen an. Das Produkt selber wird in einer Online-Auktion verkauft. Die Zahlungsabwicklung erfolgt via Kontenüberweisungen oder der Drittpartei. Diese Variante verursacht wenig Aufwand, birgt aber den Nachteil, dass das Produkt in einem fremden Umfeld und neben fremden Produkten verkauft wird und das Image der eigenen Unternehmung nicht transportiert werden kann.
Abhängig von der Geschäftstätigkeit haben sich im Internet weitere Geschäftsmodelle etabliert:
- Information Broker
Bietet Einzelpersonen oder Unternehmen Informationen zu Produkten, Preisen und Verfügbarkeit. Finanziert sich durch Werbung und durch die Vermittlung von Käufern und Verkäufer. - Transaction Broker
Spart Benutzern Zeit und Geld durch die Online-Bearbeitung von Verkaufstransaktionen und stellt für jede ausgeführte Transaktion eine Gebühr in Rechnung. - Online-Handelsplatz
Stellt eine elektronische Umgebung für Käufer und Verkäufer bereit, in der diese nach Produkten suchen, Produkte anzeigen und Preise für diese Produkte festlegen können. - Content Provider
Erzielt Erträge, indem Inhalte in elektronischer Form, z.B. Nachrichten, Musik, Fotos oder Videos, im Web bereitgestellt werden. - Online-Dienstanbieter
Bietet einen Online-Dienst für Einzelpersonen und Unternehmen an. Finanziert sich durch Abonnement- oder Transaktionsgebühren, Werbung oder durch die Erfassung von Marketinginformationen über die Benutzer. - Virtuelle Gemeinschaft
Stellt einen Treffpunkt zur Verfügung, an dem sich Personen mit gleichem Interessenschwerpunkt austauschen und nützliche Informationen dazu finden können. - Portal
Stellt einen Eintrittspunkt in das Web sowie spezielle Inhalte und zugehörige Dienste bereit.
Vorteile eines Webshops
- Standort: Ein Webshop ersetzt oft die Geschäftsfiliale und erspart Aufwendungen für repräsentative Verkaufsräume. Informationen werden direkt und weltweit an den Standort (bzw. den Web-Browser) des Kunden geliefert.
- Öffnungszeiten: Ein Webshop ist rund um die Uhr für jeden Kunden zugänglich.
- Marketing: Über einen geschickten Marketing-Mix kann die eigene Präsenz kostengünstig gefördert werden.
- Selbstbedienung: Eine geschickte Informations-Bereitstellung im Webshop (Einhaltung von Standards, übersichtliche Navigationsleiste, etc.) erspart unnötigen Bedienungs- und Beratungsaufwand.
- Aktualität: Produktinformationen und Preisangaben lassen sich im Webshop innert Kürze anpassen.
- Automatisierung: Geschäftsprozesse lassen sich weitgehend automatisieren. Vom Bestellungseingang an können die Daten an Zulieferer, Produktion, Lagerverwaltung, Buchhaltung und Fakturierungsstelle weitergeleitet werden.
Nachteile eines Webshops
- Umsetzung: Zahlreiche Technologien stehen bereit, um einen Webshop schnell und preiswert einzurichten. Es empfiehlt sich jedoch, die Möglichkeiten und Einschränkungen der verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen.
- Personalisierung: Nicht jedes Geschäft kann über einen Webshop abgewickelt werden. Wo ausführliche und persönliche Beratung erforderlich ist, sollten flankierende Massnahmen getroffen werden. Nebst Telefon stehen kostenlose Services wie Skype-Telefonie, Chatting und Foren zur Verfügung.
- Zahlungsabwicklung: Zahlungen werden immer noch vornehmlich mit der Kreditkarte geleistet. Zudem erfreuen sich die Zahlungssysteme PayPal und Giropay wachsender Beliebtheit. Die Zahlungsabwicklung geschieht heute weitestgehend sicher, ist allerdings mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden.
- Sicherheit: Wie auch in der realen Welt können Daten verlorengehen oder in die falschen Hände geraten. Heute stehen umfangreiche Werkzeuge zur Verfügung, um sich gegen Gefahren abzusichern.
Gesetzliche Einschränkungen
Grundsätzlich gibt es im Kanton Zürich keine gesetzlichen Einschränkungen für den Handel über das Internet. Bewilligungspflichtig sind der Handel mit Waffen, Alkohol und Tabakwaren sowie die Vermittlung von Personal und Wohnungen gegen Gebühr. Wie bei jeder anderen unternehmerischen Tätigkeit ist bei der Gestaltung der Inhalte darauf zu achten, dass sie moralisch und ethisch vertretbar sind.
Die Preisbekanntgabeverordnung regelt auch im Internet Preisklarheit, Vergleichbarkeit der Preise sowie die Verhinderung irreführender Preisangaben.
In acht Schritten zum Webshop
- Prüfung der Geschäftsidee
- Erstellung Businessplan
- Sichern des Domain-Namens
- Festlegung Verkaufsmodell (Details nachfolgend unter Geschäftsmodelle)
- Definition der Geschäftsprozesse
- Einrichten eines Servers
- Gestaltung und Umsetzung der Website
- Marketing-Massnahmen via Google, Search, Yahoo, etc. sowie Eintrag der Website in Branchen- und Marktplatz-Verzeichnissen
Die Umsetzung der technischen Abwicklung ist abhängig von der Komplexität der Geschäftsidee und der notwendigen Prozess-Schnittstellen. Hierfür sollte ausreichend Zeit eingeplant werden.
Sicherheit und Prozesse
Die folgenden Stellen engagieren sich für sichere und seriöse eBusiness-Lösungen:
- Eidg. Büro für Konsumentenfragen
- eXperience - Know-how aus realisierten e-Business-Projekten
- KOBIK - Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität
- WinLink - Verein für Informations- und Kommunikationstechnologie in der Region Zürich / Bodensee
- Zentrum für Wirtschaftsinformatik an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (mit Fokus auf Prozessmanagement)
Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW verfasst.


