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Unternehmertyp

Gibt es den Unternehmertyp überhaupt? Und wenn ja, was zeichnet diesen aus? Der folgende Text liefert dazu einige Überlegungen.

Wer ist ein Unternehmertyp

Eine Checkliste zum Ausfüllen können wir Ihnen nicht liefern. Falls Sie diesen Beitrag zu Ende lesen, dann werden Sie am Schluss auch keine Punktzahl erreichen, die über Ihre Eignung zur Unternehmerin oder zum Unternehmer entscheidet. Trotzdem gibt es einige Fragen, die Sie sich vor dem Schritt in die Selbständigkeit überlegen sollten.

Etwas vorweg: Es gibt nur wenige Unternehmer, die sich über ihren Status beschweren. Angestellte von Grossunternehmen hingegen sind hingegen häufig unzufrieden. Es kann sich also durchaus lohnen, die Option der eigenen Firma zumindest zu prüfen. Doch was brauchen Sie dazu?

Die Mär von der genialen Idee

Häufig heisst es: Es braucht bloss eine zündende Idee, um eine Firma zu gründen. Doch Hand aufs Herz haben Sie schon einmal eine Person getroffen, die an einem Tag eine zündende Idee und am darauffolgenden Tag die erfolgreiche Firma hatte? Wohl kaum. Denn zwischen der Idee und der erfolgreichen Firma liegt meistens eine lange Zeit und harte Arbeit, bis sich die Erfolge einstellen. Das heisst aber auch, dass die Umsetzung der Idee viel wichtiger ist, als die Idee selber. Wäre es umgekehrt, dann wären Erfinder ja automatisch gute Unternehmer. Doch gerade viele dieser kreativen Leute schaffen es nicht, ihr Produkt wirtschaftlich zu vermarkten. Nützlich sind hingegen Macher-Eigenschaften und eine konkrete Vorstellung über die eigene Geschäftstätigkeit. Fazit: Sie können auch mit einer gewöhnlicheren Idee starten. Die Umsetzung ist entscheidend.

Unnötiges Hoffen auf bessere Zeiten

Es bräuchte hellseherische Fähigkeiten, um voraussagen zu können, wie die Konjunktur nächstes Jahr verläuft. Prognosen beruhen auf gegenwärtigen und vergangenen Daten und versuchen, daraus einen Schluss für die Zukunft zu ziehen. Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, eine eigene Firma zu gründen, dann zählt das "Hier und Jetzt". Glauben SIE an IHR Produkt bzw. IHRE Dienstleistung? Vertrauen SIE auf IHRE Fähigkeiten? Auch wenn Sie nicht garantieren können, wie Ihr Umsatz in einem Jahr aussehen wird, sollten Sie versuchen, möglichst plausibel darzulegen, wie er sein könnte.

Viele denken, dass ein Start in einer Hochkonjunktur ideal ist. Genau das ist das Problem. Denn, wenn viele das denken, führt das zu mehr Wettbewerbern und damit zu mehr Konkurrenz. Beginnen Sie aber in einer konjunkturellen Baisse und schaffen es trotzdem, dann profitieren Sie bei einem Aufschwung, weil Sie bereits auf dem Markt sind. Zudem haben Sie schon einmal schlechte Zeiten erlebt und sind damit besser gegen einen allfälligen Abschwung gewappnet. Fazit: Der Start ist jederzeit möglich. Wer es in schwierigen Zeiten schafft, ist bereits sturmerprobt.

Der 24 Stunden-Arbeitstag

Ein häufig beschworenes Klischee ist der schier unendliche Arbeitstag des Unternehmers. Angenommen Sie haben Kinder, eine Lebenspartnerin, ein Hobby, einen Arbeitsweg, das Bedürfnis zu schlafen und ab und zu auch Hunger. Wenn Sie für all das die nötige Zeit einsetzen und diese von 24 Stunden abziehen, dann kommen Sie auf die Zeit, die für Ihre Geschäftstätigkeit zur Verfügung steht. Dieses Resultat wird viel kleiner sein, als die Zahlen, die häufig genannt werden. Aber wenn Sie eine eigene Firma haben, schreiben Sie kaum Ihre Arbeitszeit in Stunden und Minuten auf und wägen weniger ab, ob Sie für jede Ihrer Leistungen auch immer materiell entschädigt werden. Und das beweist, dass die Sinnfrage kaum zur Diskussion steht. Schwieriger wird es hingegen mit dem "Abschalten". Denn die meisten Pendenzen werden auch nach dem Urlaub noch hängig sein. Fazit: Auch Unternehmerinnen und Unternehmer haben ein Privatleben.

Die "Utopie", reich zu werden

Es ist möglich, mit einer eigenen Firma reich zu werden. Aber viel wahrscheinlicher ist es, dass man es nicht wird. Erst wenn es gelingt mit dem eigenen Unternehmen einen Mehrwert zu schaffen, ist an das Verdienen zu denken. Und nur ganz selten ist es möglich oder gelingt es, das Produkt weltweit zu verkaufen. Nichtsdestotrotz sprechen nebst dem Verdienst etliche Gründe für ein eigenes Unternehmen. Auch wenn sich sicherlich niemand dagegen wehrt, gut zu verdienen sollten die folgenden Motive der Antrieb für das eigene Unternehmen sein:

  • Freude an der Arbeit

  • Lust und Mumm, etwas zu unternehmen

  • Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen

  • Das was man tut, möglichst gut tun zu wollen

 Fazit: Millionäre werden die wenigsten, zufriedener aber die meisten!

Die Realität

Gibt es sie nun, die typische Unternehmerin bzw. den typischen Unternehmer? Es ist klar, gewisse Voraussetzungen sind für eine unternehmerische Tätigkeit zu erfüllen. So ist es meistens von Vorteil, wenn man in einem Bereich selbständig wird, im dem man schon spezialisiert ist. Eine gewisse Extrovertiertheit erleichtert es Gespräche zu führen. Auch das Einverständnis des persönlichen Umfeldes, das eigene Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, mit Enttäuschungen umgehen zu können, vereinfachen den Start ins Unternehmertum.

Wie so häufig ist somit die Antwort auf die Frage nach dem Unternehmertyp weder schwarz noch weiss. Es sind ja auch nicht alle Unternehmer gleich. Der Aufbau und das Führen eines Unternehmens ist ein andauernder Prozess, der es dem Unternehmer ermöglicht, mitzuwachsen, seine Fähigkeiten zu vertiefen und zusätzliches Wissen zu erlangen. Fazit: Der Weg ist das Ziel und er ist spannend!