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Rahmenbedingungen
Unternehmerisch tätig zu sein bedeutet, sich in einem komplexen Umfeld zu behaupten. In diesem bewegen sich verschiedene Akteure, die ganz unterschiedliche Ansprüche erheben und Forderungen stellen. Diese Forderungen können sich - auch wenn sie keine gesetzlichen Auflagen sind - zu einem allgemeingültigen Standard entwickeln. Und dies manchmal sehr rasch. Die folgende Aufzählung gibt Ihnen einen ersten Überblick zu den möglichen Anspruchsgruppen. Es sind dies:
- Ämter bzw.Behörden
- Angestellte
- Arbeitnehmerorganisationen
- Kunden
- Konkurrenten
- Kapitalgeber
- Bürgerinitiativen
- Gleichstellungsorganisationen
- Organisationen, die familienpolitische Anliegen vertreten, z.B.
Fachstelle UND - Konsumenten(schutz)organisationen, wie
Eidgenössisches Büro für Konsumentenfragen
Stiftung für Konsumentenschutz
Konsumentenforum - Tier- und Artenschutzorganisationen
- Umweltschutzorganisationen
- Menschenrechtsorganisationen
- Arbeitsschutzorganisationen, zum Beispiel die
International Labour Organization ILO - Non Governmental Organizations (sogenannte NGO), die u.a. fairen Handel und faire Arbeitsbedingungen in Dritt-Welt- oder Schwellenländern fordern und fördern, wie die
Max Havelaar Stiftung
Die Erwartungen bzw. zu erfüllenden Auflagen sind unter anderem:
- dass sich Unternehmer/-innen ethisch und moralisch vertretbar verhalten (Unterstützung bieten u.a. das Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen und das Institut für Nachhaltige Entwicklung an der ZHAW)
- die Erfüllung europäischer bzw. internationaler Normen und Standards
siehe dazu die Webseiten der folgenden Organisationen:
Osec
Electrosuisse
Deutsches Institut für Normung
- die Zertifizierung von Produkten und Prozessen, siehe dazu die Webseiten der folgenden Organisationen:
Schweiz. Akkreditierungsstelle SAS
Swiss Association for Quality SAQ
TQM Forum Schweiz
European Foundation for Quality Management
hinsichtlich Produktehaftpflicht und Garantiebestimmungen
Es ist jeweils abzuwägen, welche Aspekte für das eigene Unternehmen von Bedeutung sind. Für kleine Unternehmen, die ihren Aktionsradius auf die Schweiz beschränken, reduziert sich die Zahl der zu beachtenden Faktoren.
Die Berücksichtigung der verschiedenen Anspruchsgruppen sowie Erfüllung der erforderlichen Auflagen sind mit Anstrengungen verbunden und verursachen Mehrkosten. Diese Investitionen erweisen sich aber mittelfristig als überlebenswichtig, weil der Ruf des Unternehmens von all diesen Faktoren abhängt.
Verbunden mit den gestiegenen Anforderungen an Unternehmen, haben sich die beiden neuen Begriffe bzw. Konzepte "Corporate Governance" und "Corporate Responsibility" etabliert. Unter "Corporate Governance" sind die Kontroll- und Führungsmechanismen zu verstehen, die zur Wahrung der Unabhängigkeit und der effizienten Leitung eines Unternehmens beitragen. Zum Thema "Corporate Responsibility" hat die OECD Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit Leitsätze für multinational tätige Unternehmen herausgegeben.