Inhalt
Aufbau
Die Firmengründung ist abgeschlossen. Nun kann es losgehen. Erfahrungsgemäss entscheiden die ersten zwei bis drei Betriebsjahre, ob ein Unternehmen sich auf dem Markt behaupten kann oder nicht.
Wir empfehlen Ihnen, falls Sie dies noch nicht getan haben, möglichst rasch einen Businessplan zu erarbeiten und diesen auch regelmässig nachzuführen. Er ist ein wichtiges Planungs- und Steuerungsinstrument und deckt die entscheidenden Kriterien ab. Unter anderem sind dies: Kerngeschäft, Konkurrenzumfeld, Kunden, Marketingmix, Kapital- und Liquiditätsplanung, Personalmanagement. Schenken Sie überdies den folgenden Schlüsselthemen besondere Beachtung:
Administration
Planen Sie genügend Zeit ein für administrative Aufgaben wie Buchhaltung, Mehrwertsteuer- und Lohnabrechnung. Überlegen Sie sich auch, welche Aufgaben Sie selber wahrnehmen und welche Sie einer externen Stelle übertragen wollen (z.B. Buchhaltung und Steuererklärung). Denn oft ist es bessser, sich auf die eigenen Kernkompetenzen zu konzentrieren.
Kunden gewinnen und pflegen
Kunden zu gewinnen ist eine Herausforderung, sie zu behalten ebenfalls. Überlegen Sie sich bei der Erarbeitung des Businessplans, weshalb sich jemand gerade für Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung entscheiden soll und was Ihr Angebot besonders oder einzigartig macht. Machen Sie sich dabei auch Gedanken über Ihre Zielgruppe und deren Eigenschaften und Verhaltensweisen.
Gehen Sie nicht davon aus, dass Kunden von selber auf Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung stossen, sondern machen Sie potenzielle Kunden auf möglichst vielfältige Weise auf sich aufmerksam. Eine einfache Möglichkeit sind Einträge auf Plattformen und Portalen (z.B. Dach) oder auf branchenspezifischen Datenbanken (z.B. Hightech Datenbank der Greater Zurich Area). Nehmen Sie zudem an Anlässen teil und bauen Sie sich ein Netzwerk auf. Sind Sie auch im Internet mit einem eigenen Auftritt präsent. Dieser kann auch ganz einfach gehalten werden. Zu weiteren Marketing-Tipps
Kundenbeziehungen wollen auch regelmässig gepflegt werden. Deshalb gilt es, die entsprechenden Massnahmen frühzeitig einzuplanen.
Kapital- und Liquiditätsplanung
Behalten Sie Ihre Liquidität von Anfang an und laufend im Auge. Denn es können immer wieder (unerwartete) Durststrecken auf Sie zukommen. Tauchen erste Zeichen einer Verschlechterung auf, können Sie vielleicht noch reagieren, ist aber die Liquidität nicht mehr gegeben, kann es möglicherweise schon zu spät sein. Vergessen Sie nicht: Die Liquidität hält Ihr Unternehmen am Leben.
Berechnen Sie auch mit ein, dass Kundenzahlungen zeitverschoben, d.h. bis zu sechs Monate nach der Rechnungsstellung eingehen können.
Ein weiterer Punkt, der besondere Beachtung verdient, ist die teilweise schlechte Zahlungsmoral von Geschäftspartnern. Ein Engpass kann durch die folgenden Massnahmen abgewendet werden: Factoring bzw. Debitoren-Abtretungen oder Inkassobeschleunigung. Bei grösseren Rechnungsbeträgen empfiehlt es sich, eine ratenweise Zahlung zu vereinbaren, z.B. 1/3 zu Projektbeginn, 1/3 in der Projektmitte und 1/3 bei Projektabschluss.
Reagieren Sie frühzeitig, wenn sich ein Liquiditätsengpass abzeichnet. Beraten Sie sich im persönlichen Umfeld oder wenden Sie sich direkt an Ihre Beratungsperson bei der Bank. Wird das Problem rechtzeitig erkannt, kann allenfalls noch an verschiedenen Stellen angesetzt werden, z.B. mit einer Reduktion oder Verschiebung der Ausgaben oder mit Preiserhöhungen.
Personal und Organisation
Die Auswahl, Einarbeitung und Beschäftigung neuer Mitarbeiter ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die mit zusätzlichem Aufwand und auch zusätzlicher Verantwortung verbunden ist. Für neue Angestellte sind in der Regel die folgenden Vorkehrungen zu treffen:
- Anmeldung bei der AHV-Ausgleichskasse
- Abschluss einer Unfallversicherung UVG bei der SUVA oder einer privaten Versicherungsgesellschaft
- Anmeldung der Beruflichen Vorsorge BVG bei einer Sammelstiftung, privaten Versicherungsgesellschaft oder Vorsorgeeinrichtung des Berufsverbandes
- evtl. Abschluss einer Krankentaggeldversicherung
Häufig sind mit dem Wachstum des Unternehmens auch die Aufgaben umzuverteilen. Überlegen Sie dabei, welche Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungsbereiche die neuen und die bisherigen Angestellten wahrnehmen sollen. Erstellen Sie Stellenprofile und -beschriebe. Diese sind nicht nur bei der Auswahl, sondern auch bei der Einarbeitung nützlich.
Überlegen Sie sich auch, welche Investitionen im Zusammenhang mit der Einrichtung neuer Arbeitsplätze getätigt werden müssen. Vergessen Sie dabei nicht, diese Anschaffungen der Versicherung zu melden, um die Schadendeckung auf den Neuanschaffungen zu gewährleisten.
Bei Kapitalgesellschaften, die aus mehreren Organen bestehen, empfiehlt es sich, ein Organisationsreglement zu erstellen. Darin werden die Aufgaben, die Grundsätze der Geschäftspolitik, spezielle Verantwortlichkeiten, die Berichterstattung sowie der Handlungsspielraum der einzelnen Mitglieder der Organe (z.B. des Verwaltungsrates) und der Geschäftsleitung geregelt. Denken Sie daran, dass neue Angestellte, die als Gesellschafter auftreten, jeweils beim Handelsregisteramt anzumelden sind.
Zeiteinteilung und -planung
Auch wenn Sie sich während der ersten Monate mit vielen Fragen rund um die Unternehmensführung auseinandersetzen müssen, raten wir Ihnen, sich genügend Zeit für soziale Kontakte zu nehmen. Pflegen Sie Ihren Familien- und Freundeskreis und tauschen Sie sich mit Menschen aus, die in einer vergleichbaren Lage sind oder ähnliche Interessen haben.
Versuchen Sie auch so bewusst wie möglich mit ihrer Zeit umzugehen. Allgemeingültige Empfehlungen für das Zeitmanagement gibt es leider nicht. Die folgenden Tipps können Ihnen aber allenfalls einen Anhaltspunkt geben:
- legen Sie Ihre Prioritäten fest und gehen Sie etappenweise vor
- planen Sie Ihre Tätigkeiten (z.B. auf Wochenbasis)
- rechnen Sie genügend Zeit für die einzelnen Aktivitäten ein (z.B. An- und Rückreise miteinplanen)
- holen Sie wenn möglich Hintergrundinformationen ein (z.B. bisherige Entwicklung, Haltung / Position des Gesprächspartners)
- halten Sie Abmachungen und Vereinbarungen ein
- halten Sie Ordnung in Ihren Akten
- kommen Sie den gesetzlichen Vorschriften nach
- stellen Sie den Informationsfluss sicher
- befähigen Sie Ihre Mitarbeitenden, so dass sie auch während Ihrer Abwesenheit in der Lage sind, den Betrieb aufrecht zu erhalten
Auf Kurs bleiben
Wir hoffen, dass es es Ihnen gelingt, Ihr Unternehmen auf Erfolgskurs zu bringen und wünschen Ihnen viel Beharrlichkeit, Geduld und Freude bei der Umsetzung Ihrer Ideen.